Geschichte

Keramikfunde auf den Inseln Malta und Gozo geben Rückschlüsse auf die ersten Bewohner des Archipels, geschätzt werden die ersten Siedlungen auf das 6.Jt.v.Chr..Es waren Höhlenbewohner, die über Sizilien kamen. Sie lebten von Landwirtschaft und hatten bereits Nutztiere. Im Handelsaustausch mit nahegelegenen Inseln wie Sizilien und Pantelleria erwarben sie kostbare Rohstoffe, die sie zum Leben brauchten.

In der darauffolgender Megalithkultur mit ihrem Höhepunkt um 3500 bis 3000 v. Chr. entstanden viele Tempel (Kupferzeit 4000 bis 2400 v.Chr.). Danach blieben die Inseln unbewohnt, wahrscheinlich aufgrund einer Naturkatastrophe oder Epidemie. Erst in der Bronzezeit kamen neue Siedler auf die Inseln, ca. 2300 v. Chr. Archäologische Hinweise wie z.Bsp. die ausgegrabenen Keramikwaren und die „cart ruts“ lassen eine griechische Herkunft vermuten. Ein wirtschaftliches Hoch kam durch die geschäftstüchtigen Phönizier um 850 v. Chr., die für ihren Handel die Seewege vom östlichen Mittelmeer bis nach Britannien ausbauten. Malta war schon zu dieser Zeit für seine Textilwaren bekannt. Um ca.600 v.Chr. unter karthagischer Herrschaft hatte Malta den zentralen Knotenpunkt der gesamten Schifffahrt im Mittelmeer inne.

Nach den Punischen Kriegen verleibte sich Rom als Siegesmacht die Inseln im Jahr 218 v.Chr. ein. Malta erlangte unter römischer Herrschaft einen weiteren Aufschwung und wurde sehr wohlhabend. Honig aus Melita (griechisch „melis“ = Honig) und weiche fallende Tücher bildeten die Hauptexporte der Inseln und waren gar schon berühmt. Die Gerüchte, dass der heilige Paulus im Jahr 60 n. Chr. den christlichen Glauben verbreitete, sind widerlegt worden, da nachgewiesen werden konnte, dass Paulus nie auf Malta war. Trotzdem liegt der Zeitpunkt der Christianisierung in diesem Zeitrahmen. Bereits im 3.Jh war die Insel mehrheitlich vom christlichen Glauben geprägt. Ab ca. 350 v. Chr. erlebten die maltesischen Inseln ständig neue Wechsel, Völkerwanderung und Wandel und erst 870 n. Chr., durch die arabische Eroberung kehrte wieder Frieden ein und ein neuer Aufschwung liess die Insel wieder aufblühen. Die Araber führten Bewässerungssysteme ein und ermöglichten dadurch dann den Handel mit Zitronen, Feigen und vor allem Baumwolle. Diese Blütezeit wurde durch die normannische Okkupation 1090 beendet.

Danach ging Malta Seite an Seite mit Sizilien durch eine geschichtlich bewegte Zeit bis sie neue Heimat des Johanniterordens wurde im Jahr 1530. Schon 1565 wurde der Orden durch eine Belagerung durch die Türken herausgefordert. Sie hielten einer Flotte von 190 Schiffen stand und retteten somit auch Südeuropa vor einer türkischen Anektion. Malta wurde mehr und mehr zu einer Festung ausgebaut. Es wurden 300 Kirchen gebaut, das sind fast so viele wie in Rom. 1574 wird die „Sacra Infermeria“ gegründet und somit der erste Baustein für die Tradition des Hospitals des Malteser-Ritterordens gelegt, der durch seine fortschrittliche moderne Krankenversorgung weltberühmt wurde und als Vorbild diente. Die Blüte stagniert mit der französischen Revolution 1789, da nun die Gelder fehlen. Dadurch hatte Napoleon leichtes Spiel und nimmt 1798 die Inseln ein.

Die Malteser rufen 1813 die Engländer zu Hilfe und werden dann Teil des britischen Empires, die Malta als zentralen Mittelmeerstützpunkt ausbauen. Im ersten Weltkrieg dient Malta als „Hospital“ dank der Tradition der Sacra Infermeria. Die Alliierten nutzen Malta im zweiten Weltkrieg als uneinnehmbare Festung. 1964 werden die Inseln unabhängig, 1974 eine Republik und seit 1979 erlangt Malta endgültig seine Neutralität.